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Didaktische und methodische Prinzipien in einem Bewegungskindergarten
Folgende Prinzipien, die Renate Zimmer (2001) formulierte, dienen als Grundlage
für die didaktischen und methodischen Prinzipien des
Bewegungskindergartens Rheinland-Pfalz:
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Ganzheitlichkeit
Ganzheitlichkeit bedeutet, dass in Bewegungs- und Spielsituationen nicht die
motorische Förderung im Vordergrund steht, sondern dass durch die
Gestaltung der Umwelt, die Bewegungs- und Spielangebote und die
Haltung der Erziehenden auch die kognitiven, emotionalen und sozialen
Prozesse gleichermaßen berücksichtigt werden.
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Kindgemäßheit
Die Bewegungs- und Spielsituationen sind grundsätzlich auf die Interessen,
Bedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern im Vorschulalter
abzustimmen. Die Angebote sollen den intensiven Bewegungsbedürfnissen
der Kinder entsprechen und überwiegend Spielcharakter haben. Um der
Neugierde und Entdeckungsfreude der Kinder gerecht zu werden, ist es
wichtig, dass die Bewegungsangebote immer wieder etwas Überraschendes,
Unerwartetes beinhalten (ungewohnte Alltagsmaterialien, z. B. neue
Nischen mit Kartons über einen gewissen Zeitraum). Da Kinder
andererseits auch das Vertraute und Bekannte lieben, müssen die
Inhalte von Bewegungsangeboten nicht jedes Mal wechseln, sondern
können wiederholt werden. Variationen und Abänderungen werden von den
Kindern häufig selbst erfunden. Der Impuls für Neues orientiert sich
am Verhalten der Kinder. Sie zeigen, wann das Spiel- und
Bewegungsthema "ausgespielt" ist.
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Offenheit
Bei der Planung von Bewegungsangeboten soll immer eine gewisse Offenheit für die
Ideen und spontanen Einfälle der Kinder bleiben. Auch können Kinder in
die Ideenfindung bewusst miteinbezogen werden. Weiter soll es möglich
bleiben, aktuelle Ereignisse aufgreifen zu können.
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Freiwilligkeit
Nur vom Kind freiwillig erbrachte Leistungen fördern die
Selbstständigkeitsentwicklung des Kindes. Die Erziehenden bauen
Kindern, die nicht mitmachen möchten, immer wieder Brücken für ein
Mittun, sie ermutigen, aber es gibt keinen Zwang. Die Erziehenden
machen sich eher Gedanken, aus welchen Gründen das Kind nicht
mitmachen möchte, und reagieren darauf. So kann zum Beispiel ein
Geräteaufbau zu schwer sein. Dem ist durch das Bereitstellen von
Alternativen schnell Abhilfe zu schaffen. Manche Kinder, besonders die
Jüngeren, schauen gerne erst einmal eine Weile zu.
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Orientierung an der Erlebniswelt des Kindes
Bewegungs- und Spielangebote sollen sich an der unmittelbaren
Erlebniswelt des Kindes orientieren. Wenn die Alltagswirklichkeit der
Kinder mit einbezogen wird, können sie dem Spiel eigene Bedeutung
geben. Aus diesem Grund sollen die Bewegungs- und Spielsituationen oft
in komplexe Spielhandlungen eingebunden werden. So können Geräte eine
symbolische Bedeutung erhalten (Bank = Baumstamm, Ball = Kanone) und
Kinder können in Rollen schlüpfen (Personen, Tiere), die es ihnen
ermöglichen, belastende Ereignisse nachzuspielen, zu bearbeiten und
eventuell Handlungsalternativen ausprobieren.
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Entscheidungsfreiheit
Sich entscheiden zu können bedeutet, dass Wahlmöglichkeiten zur
Verfügung stehen. Wahlmöglichkeiten sollte es durch eine Vielfalt an
Gerätearrangements, durch Freiheiten bei dem Einnehmen von Spielrollen
etc. geben. Um die Entscheidungsfähigkeit bei Kindern zu entwickeln,
müssen die Entscheidungsspielräume dem Alter angemessen sein. Sie
dürfen nicht unüberschaubar groß sein, so dass Kinder keine Grenzen
mehr sehen, sie dürfen aber nicht durch Anordnungen und Anweisungen so
einengen, dass keine Entscheidungsfreiheit mehr vorhanden ist.
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Selbsttätigkeit
Handeln aus eigenem Antrieb ist für Kinder die Voraussetzung für die
Entwicklung des "Ich". Aus diesem Grund sollten sie darin unterstützt
werden, selbst Initiative zu ergreifen und für ihr Handeln auch
Verantwortung zu übernehmen. Bewegungs- und Spielangebote fordern zu
selbsttätigem Handeln heraus. Die Geräte haben
Aufforderungscharakter. Der Erfolg oder Misserfolg ihrer Handlungen
kann von den Kindern unmittelbar auf die eigene Person zurückgeführt
werden. Impulse durch den Erziehenden sollen zu einer Erweiterung der
kindlichen Handlungsmöglichkeiten führen. Sie können den Blick der
Kinder für Alternativen in der Benutzung von Geräten öffnen, neue
Ideen anregen und das Zusammenspiel der Kinder unterstützen.
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