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250 Ausgewachsene bewegten sich in Zwergenreichen

3. Fachtagung der Sportjugend –
Kita Remagen ist 37. Bewegungskindergarten RLP

Am 7. Oktober 2009 führte die Sportjugend des Landesportbundes Rheinland-Pfalz am Institut für Sportwissenschaft der Universität Mainz nach 2005 und 2007 ihre 3. Fachtagung durch. 250 Erzieherinnen und Erzieher aus ganz Rheinland-Pfalz folgten der Einladung in die Landeshauptstadt. Wegen der positiven Resonanz zur letzten Fachtagung 2007 wurde ein Fortsetzungstitel gewählt: „Riesen(t)räume in Zwergenreichen Teil 2“. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz, die AOK – Die Gesundheitskasse in Rheinland-Pfalz sowie das Aktionsbündnis „Bewegungskindergarten Rheinland-Pfalz“ unterstützten die Veranstaltung.
Zur Eröffnung der Fachtagung machte Bernd Schicker, Vorsitzender der Sportjugend, deutlich, dass Bewegung einen wesentlichen Beitrag zu einer gesunden Entwicklung der Kinder leistet. “Sich in, mit und durch Bewegung zu entwickeln, heißt auch bedeutsame Lebenskompetenzen und Lebenserfahrungen zu sammeln“, so Schicker weiter.

In zwölf verschiedenen Workshops, zu Themen, wie „Qualitätssiegel Bewegungskindergarten Rheinland-Pfalz“ oder „Zirkus im Kindergarten“, konnten sich die Teilnehmer über Bewegung im Elementarbereich fortbilden. Theorie und Praxis wechselten sich im Tagungsverlauf harmonisch ab, so dass jeder neue Erkenntnisse und Erfahrungen mit in die alltägliche Arbeit bringen wird.

Die städtische Kindertagesstätte St. Anna in Remagen wurde zu Beginn des Fachtages als 37. Bewegungskindergarten in Rheinland-Pfalz von Sissi Westrich (Bildungsministerium Rheinland-Pfalz), Walter Bockemühl (AOK Rheinland-Pfalz) und Bernd Schicker ausgezeichnet. Das Qualitätssiegel „Bewegungskindergarten Rheinland-Pfalz“, das darauf hinweist, dass Bewegung fest in der Konzeption eines Kindergartens verankert ist, wird demnächst auch die Kita St. Anna schmücken.

Die Vertreter des Aktionsbündnisses „Bewegungskindergarten Rheinland-Pfalz freuten sich, dass der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland-Pfalz Bockemühl am Ende seines Grußwortes versprach, dass die AOK das Aktionsbündnis in seinem Bestreben, Bewegung in den Konzeptionen der Kindergärten und Kindertagesstätten zu festigen, weiterhin unterstützen wird.

Das Impulsreferat unter dem Titel „Schatzsuche in der Kita – bewegte und ressourcenorientierte Strategien zur Gesundheitsförderung“ von Prof. Dr. Ulrike Ungerer-Röhrich (Uni Bayreuth) zeigte, dass Kinder heutzutage immer noch zu sehr aus der Problemperspektive betrachtet und danach gefördert werden.
„Wer Kinder richtig fördern will, muss die Ressourcen und Fähigkeiten, die Schätze der Kinder in den Vordergrund rücken“, forderte Ungerer-Röhrich.
Aus den Erkenntnissen der positiven Psychologie weiß man, dass positive Erfahrungen zu schnelleren Veränderungen – sprich zu besserem Lernen – führen. Kinder organisieren ihre Aktivitäten schon im jüngsten Alter gerne selbst. Egal welches Resultat ihr Tun hat, es sind Erfahrungen, die Kindern in ihrer Entwicklung nicht genommen werden dürfen. Sissi Westrich, Referentin für Kinderpolitik im Bildungsministerium zeigte sich besorgt: „In einer Zeit, in der viele Eltern die Kinder von einem Sport-, Musik- oder Kreativangebot zum nächsten fahren, reduziert sich für die Kinder die Zeit für Eigenaktivitäten auch im Bewegungsbereich deutlich.“ Hier gilt es schon im Kindergartenalter anzusetzen und täglich Bewegungseinheiten einzubauen. „Der Weg die Welt zu verstehen, ist ein bewegter“, resümierte Ungerer-Röhrich ihren Vortrag.

Beim großen finalen Workshop, der von Constanze Grüger geleitet und von Kindern der Kita „Auf dem Unigelände“ aus Mainz mitgestaltet wurde, merkte man allen Tagungsteilnehmern an, dass sie mit viel Motivation und neuen Ideen in ihre Kindergärten oder Kindertagesstätten zurückkehren werden. Dominik Sonndag